Payment: Quo vadis, paydirekt?

paydirekt, das Online-Bezahlverfahren der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) hat in 2016 viele Höhen und  Tiefen erlebt. Zunächst mit großen Hoffnungen und ebenso großen Worten aber ohne die Sparkassen gestartet und nicht vom Fleck gekommen. Mit dem Einstieg der Sparkassen Mitte des Jahres erneut zum Angriff geblasen und doch nicht wirklich durchgestartet. Und im Jahresendspurt dann doch zumindest einige Achtungserfolge gefeiert. Wie geht es weiter für paydirekt? Ein Blick zurück nach vorn.

Stolperstart für paydirekt in 2016

Das Jahr 2016 glich für das große Gemeinschaftsprojekt der deutschen Banken und Sparkassen einer wilden Achterbahnfahrt. Angekündigt wurde der neue Dienst als PayPal-Killer – ein Anspruch, der mit Blick auf den 10-Jahres-Vorsprung der damaligen eBay-Tochter schon extrem hoch gegriffen war. Und tatsächlich konnte paydirekt nach dem verpassten Weihnachtsgeschäft 2015 auch Anfang 2016 kaum Fahrt aufnehmen. Hauptgrund war das berühmt-berüchtigte Henne-Ei-Problem.

Händler zögerten mit Blick auf die damals noch fehlenden Sparkassen (und deren Kunden) mit der Einführung des Dienstes. Denn im eCommerce gilt: never change a running system! Wenn ein Händler also schon mehrere gut funktionierende Zahlungsdienste in seinen Online-Shop eingebaut hat, wird er den Teufel tun, ohne Not einen weiteren Dienst einzubinden. Und ein Dienst ohne eine kritische Masse an Endkunden hat da wenig überzeugende Argumente.

Ab Jahresmitte kam mit dem Einstieg der Sparkassen dann allerdings ein erster, zarter Schub für das Projekt. Denn die Sparkassen mit ihren Marktmacht versprachen ein deutliches Nutzerwachstum bei paydirekt und machen den Dienst für Händler grundsätzlich interessanter. Hilfreich war denn auch eine breit angelegte Marketingkampagne des Sparkassenverbands – die Leo-Leggings aus dem Werbespot haben schon jetzt Kultstatus erlangt.

Jahresendspurt als Silberstreif

Und so langsam scheint der Dienst Fuß zu fassen. War zu Beginn eigentlich nur der Elektronik-Händler Alternate als relevanter Online-Händler an Bord, konnten in der zweiten Jahreshälfte endlich weitere bekannte Anbieter gewonnen werden. Zwar speist sich das zahlenmäßige Wachstum (auf mittlerweile über 500 Händler) weiterhin zu einem Großteil aus No-Names, die ihre Nennung auf der paydirekt-Seite vermutlich als Marketingaufwand verbuchen. Ein paar Perlen haben die Akquisiteure dann aber doch dazu holen.

So konnten die registrierten Kunden im Weihnachtsgeschäft u.a. bei MediaMarkt, Saturn und Comtech shoppen. Auch DocMorris, Lensbest, dm sowie der Online-Marktplatz rakuten haben den Zahlungsdienst im Jahresendspurt noch integriert. Endlich also können Endkunden paydirekt nicht nur in irgendwelchen Nischen-Shops testen, sondern es dort erleben, wo sie auch sonst regelmäßig shoppen. Das ist mindestens ein Silberstreif am Horizont.

paydirekt fühlt sich gut an

Und im Weihnachtsgeschäft konnte ich paydirekt dann auch endlich einmal selbst ausprobieren. Als Sparkassen-Kunde musste ich ja ohnehin bis Ende April warten – nur für paydirekt wollte ich denn doch kein Konto bei einer Volks- oder Großbank eröffnen. Und mit Saturn war auch endlich ein Händler an Bord, der durchaus in mein Shopping-Profil passt.

Dort konnte ich mir ein echtes Schnapper-Angebot sichern und das gleich mit paydirekt bezahlen. Der Bezahlvorgang war: unspektakulär. Es hat einfach, schnell und intuitiv funktioniert. Punkt. Genau so soll Payment funktionieren. Deutlich angenehmer als die Stiefschwester GiroPay oder das Alternativprodukt SOFORTÜberweisung. Paydirekt fühlt sich tatsächlich gut an.

Direkte Konkurrenz zu PayPal muss nicht sein

Damit wird man nun sicherlich nicht eingefleischte PayPal-Nutzer hinter dem Ofen hervor locken können. Aber muss man das überhaupt? Ich sage: nein! Der deutsche Payment-Markt ist schon jetzt groß, aber er ist noch nicht einmal annähernd zu Ende entwickelt. PayPal hat nach eigenem Bekunden 16 Millionen Nutzer in Deutschland (wobei PayPal keine eigenen Zahlen rausgibt, sondern auf eine ibi Research-Studie aus 2013 verweist) – in Deutschland gibt es aber knapp 69 Millionen Erwachsene (51 Millionen davon unter 65).

Es gibt also noch eine Menge Markt zu entwickeln. Die Banken und Sparkassen werden sich mit paydirekt also gar nicht auf die bestehenden PayPal-Kunden stürzen müssen. Und das ist auch gut so, denn dafür müssten sie einen echten Mehrwert gegenüber PayPal bieten. Das können sie (bisher) nicht – und für ein rein nationales System wird das auch schwierig werden. Aber bei den 53 Millionen deutschen Erwachsenen, die bisher noch kein PayPal benutzen, braucht paydirekt auch gar nicht besser sein als PayPal. Es muss nur der Erste sein, der sie erfolgreich anspricht.

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Und hier könnte paydirekt eines in die Hände spielen, was bisher eher ein Nachteil zu sein schien. Nämlich die Tatsache, dass dahinter (fast) die gesamte deutsche Bankenszene steht. Und die technik- und innovationsaversen Deutschen schenken ihren Banken grundsätzlich noch eine Menge Vertrauen. Das hier ein wertvolles Asset liegt, haben die Banken ja schon erkannt. Jetzt heißt es also „nur“ noch, schnell zu sein und die Offliner unter ihren Kunden als Erster anzusprechen – bevor PayPal es tut.

Problemfaktor Mitarbeiter

Und hier liegt die wohl größte Herausforderung für die Banken. Nicht PayPal macht ihnen das Leben schwer, sondern vielfach die eigenen Mitarbeiter. In vielen Banken und Sparkassen liegt die Online-Banking-Quote unter den Mitarbeitern nochmal deutlich unterhalb der eh schon schwachen Durchdringung bei den eigenen Kunden. Und da Online Banking die Grundvoraussetzung für die Nutzung von paydirekt ist, sieht das Bild hier ebenso düster aus.

Nicht ohne Grund mahnen führende Kräfte aus dem paydirekt-Lager zuletzt immer wieder an, dass die Mitarbeiter der Banken und Sparkassen ihr eigenes Produkt doch bitte selbst nutzen sollen. Denn nur dann könne man das Produkt auch seinen Kunden authentisch verkaufen. Und nicht zuletzt würden dann die Nutzerzahlen deutlich weiter steigen – ein wichtiges Argument im Kampf um weitere relevante Online-Händler.

Erfolgskriterium Top-Händler

Denn genau hier liegt der Schlüssel zum Erfolg: paydirekt muss schnell weitere große Händler gewinnen. Und diese wiederum schauen sich natürlich genau die Entwicklung der Nutzerzahlen an. Die Integration eines neuen Paymentverfahrens bindet erhebliche Ressourcen und birgt gleichzeitig immer ein gewisses Fehler- und Ausfallrisiko für den Shop. Dieses Risiko wird ein Händler nicht für ein unwichtiges Nischenprodukt auf sich nehmen, sondern nur für eines, das am Markt relevant ist.

Wichtig wären vor allem weitere Top-10-Händler. Nachdem dem Spitzenreiter Amazon ja sein eigenes Payment-Süppchen kocht und sogar für PayPal unerreichbar ist, fällt der Blick zwangsläufig auf Zalando und die Otto-Gruppe. Aus verschiedenen Quellen ist zu hören, dass mit beiden mehr oder weniger intensive Gespräche geführt werden. Und mindestens einer der beiden sollte wohl in 2017 auch wirklich an den Start gehen.

Infografik: Die Top 10 Online-Shops in Deutschland | Statista
Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Hier sollten die Verantwortlichen keine Kosten und Mühen scheuen und sich zur Not mit Preisnachlässen, Integrationshilfen und Werbekostenzuschüssen „einkaufen“. Denn an diesen beiden wird sich die weitere Entwicklung wohl entscheiden. Fällt einer dieser beiden großen Domino-Steine, werden wohl viele der kleineren Wettbewerber nachziehen (müssen). Und insgeheim dürften sich die Händler auch über einen Erfolg von paydirekt freuen, denn Konkurrenz sorgt ja in der Regel für einen Preiskampf nach unten.

Quo vadis, paydirekt?

Und so wird sich in den Verhandlungen mit den beiden großen Playern der weitere Weg von paydirekt – zumindest für 2017 – entscheiden. Mit Blick auf die langen Test- und Integrationszeiträume (gemunkelt wird von bis zu 6 Monaten bei großen Shops), müssten die Verhandlungen im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden, um das Weihnachtsgeschäft 2017 mitzunehmen. Und um mit einer Erfolgsmeldung in der Hand weitere Händler rechtzeitig ansprechen zu können.

Angesichts der hohen im Raum stehenden Investitionskosten der Banken und Sparkassen in paydirekt besteht zumindest berechtigter Grund zur Hoffnung, dass die Verhandlungsführer im Zweifel die nötigen Zugeständnisse machen werden, um zum Abschluss zu kommen. Und dann wird es an den Banken liegen, das bisher brach liegende Kundenpotential für paydirekt zu aktivieren. Hier liegt noch eine Menge Arbeit bereit. Das wird sicherlich nicht einfach – aber Scheitern ist – anders als damals bei GiroPay – hoffentlich keine Option.

Lassen wir uns überraschen, was 2017 bringen wird.

 

Mein Tipp für Ende 2017:

  • Händler von 517 (aktuell) auf 2.500
  • Top-100-Händler von 9 auf 25
  • Top-10-Händler von 1 auf 5
  • registrierte Nutzer von 800.000 auf 2.000.000
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Digitaler Banker | Blogger | Fintech – Experte. Ihr erreicht mich per Mail: tobias(at)aboutfintech.de oder auf Twitter: @aboutfintech

7 Comments

  1. Warum der Seitenhieb auf giropay Herr Baumgarten? giropay generiert im Schattendasein spannende Akzeptanzstellen und ist gerade in 2016 signifikant gewachsen. Zur Erinnerung: Noch sind die drei großen Retail-Bankengruppen Sparkassen, VR Banken und Postbank Gesellschafter. Wollen Sie die SEPA Überweisung abschaffen? Und gerade die mit einer 100% Zahlungsgarantie der Akzeptanzbanken zu einem unschlagbaren Preis für Händler? ID – Lösungen optional! Übrigens: giropay und paydirekt passen amS sehr gut zusammen – und zusammen gehört gehört zusammen. Wenn Ihnen wirklich was daran liegt, dass Sparkassen und Banken im Digital-Payment / Omnichannel erfolgreicher sind oder werden, dann sollten Sie alle girokontenbasierten Bezahlverfahren in Ihren Blogs und Aktivitäten pushen. Dann tun Die auch was für Deutschland und Europa. Girokonten sind das einzige PAYMENT-Asset gegen die Übermacht aus USA und Asien. Mit VISA Europe wurde das letze Tafelsilber verscherbelt. Noch nutzen Kunden über 100 MIo. Girokonten bei Geldinstuten in Deutschland und die sind die Basis für den Zahlungsverkehr. ZaK – Zahlen am Konto hat noch lange nicht ausgedient. Das Instant-Zeitalter wird diese Payment-Geschäftsvorfälle mit Mehrwerten kombiniert beflügeln. Und auch in den Sparkassen & Banken sitzen nicht nur „Blinde die von Farbe reden“. Die findet man auch außerhalb in der Fintech-Szene. Nachdem ich mit der GiroSolution die Aufbauarbeit für einen Banken-Zahlungslogistiker heute abgeschlossen habe freue ich mich auf einen konstruktiven Dialog zwischen „Banktech & Fintech“. Hermann Stengele

    • Lieber Herr Stengele,

      vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für einen Kommentar genommen haben. Über ein Feedback aus so erfahrenen und berufenem Munde freue ich mich sehr!

      Die beiden Seitenhiebe auf GiroPay konnte ich mir leider nicht verkneifen. Nicht aus Schadenfreude, denn eigentlich mag ich GiroPay irgendwie. Ich habe ein Herz für Underdogs mit inneren Werten und gutem Preis-/Leistungsverhältnis.

      Und trotzdem mussten beide Verweise sein. Denn so sehr ich GiroPay auch lieben möchte: die UX ist einfach nicht auf der Höhe der Zeit – ebenso wenig bei SOFORTÜberweisung. Es sind einfach zu viele Schritte und Eingaben nötig, bis ich den Checkout durch habe. Ein potentieller Conversion-Rate-Killer. Ich nutze GiroPay, (aus Sympathie) wo immer es angeboten wird, aber ich habe auch schon etliche Einkäufe abgebrochen, weil es irgendwo gehakt hat. Und hab dann mit meiner Sparkassen-Kreditkarte bezahlt. Die Zahlung mit Kreditkarte ist für mich die Benchmark. paydirekt kann da mithalten, GiroPay (leider!) nicht.

      Und der Nadelstich im letzten Satz des Artikels geht nicht gegen GiroPay, sondern gegen die Banken – die beteiligten wie die unbeteiligten. Denn eigentlich hatte man schon vor über 10 Jahren die Chance, PayPal in Deutschland im Keim zu ersticken (so wie iDEAL in den Niederlanden). Nur waren die Großbanken zu dumm, einzusteigen. Und die Gesellschafter wiederum haben zwar Händler akquiriert, aber nie ernsthaft am Endkunden dafür geworben. Gehen Sie mal in eine Volksbank- oder Sparkassenfiliale und fragen jeweils 10 Mitarbeiter nach GiroPay (Was ist das? Wie funktioniert das?). Wenn Ihnen jeweils mehr als 1 Mitarbeiter darauf ausführlich antworten kann, gebe ich Ihnen ein Bier aus!

      Lieber Herr Stengele, ich finde es toll und bemerkenswert, dass GiroPay in 2016 weitere Händler gewinnen konnte und auch im Bereich eGovernment unerwartet durchstartet. Allerdings stellt sich schon die Frage, ob tatsächlich genug Platz für zwei nationale Online Payment-Verfahren da ist. Und dann teilweise noch mit denselben Gesellschaftern. Die sich wiederum auf paydirekt festgelegt haben. Keine Bank gibt noch Marketingbudget für GiroPay aus. Keine Bank schult ihre Mitarbeiter aktiv darin. Zumindest von außen sieht es so aus, als lasse man GiroPay am langen Arm verhungern.

      Deshalb konzentriere ich mich auf das Verfahren, das die Banken als ihre Zukunft ausgemacht haben. Und für das ich eine Zukunft sehe – wenn sich die Banken jetzt ranhalten.

      Lieber Herr Stengele, ich wünsche Ihnen einen Guten Rutsch in neue Jahr und würde mich freuen, wenn wir uns in 2017 auf der ein oder anderen Veranstaltung einmal persönlich austauschen können.

      Beste Grüße
      Tobias Baumgarten

  2. Danke für die ausführliche Begründung, lieber Herr Baumgarten. Nur noch die Präzisierung meiner Aussage zu „was zusammengehört“. dann hören wir mit dem öffentlichen Ping Pong auf, treffen uns gel. zum Bier und lassen in 2017 weiter Taten sprechen. Nur dass wir uns richtig verstehen, ich bin paydirekt Überzeugungstäter, gerade weil die Sparkassen und Banken sich endlich mal einig wurden und gmeinsam Sache machen, wenn auch noch nicht so sehr erfolgreich. Aber was nicht ist kann noch werden. Ich bin auch zutiefst überzeugt, dass Sparkassen & Banken noch eine große Chance haben, wenn Sie nicht nur die Vertriebskräfte bündeln sondern alle verfügbaren kontobasierten Bezahlverfahren unter der Marke „paydirekt“ für den OmniChannel bündeln:
    – paydirekt als Premiummarke mit Händlergarantie und Käuferschutz,
    – paydirekt Überweisung/Instant (giropay-Whitelabel)
    – ein verfügbares Mobile-Verfahren wie bspw. Blue Code als paydirektMobile. Dann zahlen die wichtigen und richtigen kommunikativen Investitionen im Issuing auf eine vielseitige Marke ein – die für ZaK steht. Paypal Plus macht es uns doch vor – und zwar als „Trittbrettfahrer mit den Bezahlverfahren der Banken“, und das sehr professionell. Das will ich gerne auch Sofortüberweisung attestieren, alles zu seiner Zeit. Chapeau!
    Nun erstmal einen guten Rutsch und ein friedvolles, gesundes, glückliches und und erfolgreiches Neues!
    Hermann Stengele

  3. Aus Usersicht stimme ich hier streckenweise nur bedingt zu.

    Zum einen denke ich, dass der durchschnittliche „PayPal-Nichtnutzer“ nicht zwingend ein solches Zahlverfahren benötigt.Ja, es mag einige Kunden geben, die für solche Zahlverfahren offen sind. Die Mehrzahl dieser Gruppe ist vermutlich einfach zufrieden mit der Zahlung per Rechnung oder per Kreditkarte.

    Wenn ich mal von mir persönlich ausgehe, möchte ich es mal so zusammenfassen:
    Ja, ich nutze PayPal. Aber warum?
    Ich wurde seinerzeit von ebay beim Verkauf einiger Artikel dazu gezwungen, PayPal als Zahlungsmethode anzubieten.

    Ansonsten nutze ich PayPal wenig bis gar nicht. Wieso?
    Das hat weniger mit der User Experience zu tun. Es gibt schlicht (für mich) kaum einen Grund dafür. Meine Online-Einkäufe erledige ich im wesentlichen bei den gleichen zwei bis drei Onlineshops in Deutschland.

    Zwei davon möchte ich mal exemplarisch hervorheben:
    1. Amazon: Hier wird weder PayPal noch Paydirekt angeboten. Ich vermisse es aber auch nicht (Stichwort One Click-Shopping mit Kreditkarte)
    2. Zooplus: Hier wird zwar PayPal akzeptiert, jedoch mit Surcharge. Kreditkarte kostet nichts. Paydirekt wird nicht angeboten.

    Als langjähriger Kreditkartennutzer vermisse ich hierbei allerdings nichts.

    Zusätzlich nutze ich auch immer wieder Onlineshops im Ausland, um Artikel zu kaufen, die hier nicht verfügbar sind (z.B. bestimmte Lebensmittel oder Elektronik).

    Außerdem versuche ich, möglichst meinen kompletten Bedarf über möglichst wenige Händler abzuwickeln, weil ich meine Daten nicht in unzählig vielen Shops hinterlegen möchte.

    PayPal kommt auch bei mir hin und wieder zum Einsatz, z.B. wenn der Händler nicht alle Kreditkarten unterstützt. Dann nutze ich PayPal, um den Umsatz auf die von mir gewünschte Kreditkarte umzuleiten. Damit sammele ich auch auf diese Umsätze zusätzliche Bonuspunkte.

    Für den Sicherheitsaspekt, wenn man im Einzelfall mal gezwungen ist, in einem Onlineshop einzukaufen, der nicht wirklich vertrauenswürdig scheint, habe ich zusätzlich noch eine Prepaidkarte. Diese Shops bieten ohnehin im Zweifel weder PayPal noch Paydirekt an.

    Paydirekt ist für mich ein Produkt, welches an meinem Bedarf völlig vorbeigeht.
    1. Die Onlinehändler meines Vertrauens im Inland bieten dieses Zahlverfahren nicht an.
    2. Die Onlineshops im Ausland entfallen sowieso.
    2. Bei Nutzung von Paydirekt müsste ich zwingend direkt von Girokonto abbuchen lassen, daher entgingen mir an dieser Stelle über die Zeit große Mengen Bonuspunkte auf der Kreditkarte.

    Solche Dienste wie SOFORTÜberweisung lehne ich übrigens aus tiefster Überzeugung ab. Es geht mir persönlich gegen den Strich, Unternehmen, deren Seriösität ich nicht mal annähernd beurteilen kann, Zugriff auf mein Konto und Einblick in meine Kontobewegungen zu geben.

    Das ist jetzt natürlich alles aus meiner persönlichen und sicherlich auch nicht repräsentativen Sicht geschrieben. Jedoch gibt es mit Sicherheit viele Onlineshopper, denen es ähnlich geht. Wenn man sich seit Jahren an ein Zahlverfahren gewöhnt hat und es immer problemlos funktioniert hat, warum sollte man etwas ändern? Zusätzlich kommt erschwerend hinzu, dass es sich bei Paydirekt um eine nationale Insellösung handelt. Das Internet ist kein nationaler Markt, gerade innerhalb der EU werden zunehmend auch ausländische Onlineshops genutzt.

    Paydirekt hätte aus meiner Sicht nur dann eine realistische Chance, wenn die relevanten Onlineshops dieses Zahlverfahren implementieren, am besten flankiert von massiver Werbung (auch in den Shops). Entweder parallel oder nach einer gewissen Zeit müssten dann andere Zahlverfahren wie z.B. Kauf auf Rechnung, die für den Händler ein hohes Risiko bedeuten und von vielen Kunden genutzt werden, eingestellt werden. Das wird natürlich kein Händler tun, da viele Kunden dann zur Konkurrenz abwandern würden.

    Die echten Online-Verweigerer, die zwar im Internet einkaufen wollen, aber bspw. aus Sicherheitsgründen Online-Banking oder Kreditkarten ablehnen (übrigens auch bei jüngeren Jahrgängen erschreckend viele), wird man auch durch Paydirekt sicher nicht ansprechen.

    In diesem Sinne einen guten Rutsch und alles Gute für 2017!

    • Lieber Thomas,

      vielen Dank für Deinen ausführlichen Kommentar.

      Deine Punkt kann ich persönlich gut nachvollziehen. Auch bei mir beschränken sich >90% der Online-Einkäufe auf 3-4 Shops, wobei Amazon eigentlich immer die erste Anlaufstelle ist. Und ja: auch bei mir ist Kreditkarte Trumpf. Die verschiedenen Karten glühen regelmäßig, während ich andere Paymentverfahren meist eher aus beruflichem Interesse nutze.

      Sehr interessant und ebenso für mich nachvollziehbar finde ich Dein Statement zu PayPal: braucht man eigentlich auch nicht, wenn man eh in seriösen Shops einkauft. Kann ich gut nachvollziehen. Ich habe auch seit Jahren einen PayPal-Account, nutze den aber im Schnitt einmal im Jahr. Meistens dann, wenn es um absolute Spezialprodukte geht, die ich bei Amazon nicht oder nicht so günstig bekomme – zuletzt z.B. ein Fahrradschuppen.

      So weit, so gut. Nur richtet sich paydirekt m.E. nicht an Kreditkarten- und Amazon-Heavy-User wie uns beide. Wie Du ja schon selbst schreibst, ist die Kreditkartenverbreitung in Deutschland noch immer erschreckend gering. Und viele, die zu ihrem Konto eine Kreditkarte dazu bekommen haben, nutzen sie trotzdem nicht, weil sie Sicherheitsbedenken haben.

      Und hier sehe ich echtes Marktpotential für paydirekt. Wer nicht bei Amazon einkauft und eben kein Kreditkarten-Fan ist, für den stellt paydirekt eine ernsthafte Alternative dar. Aber wie Du richtig schreibst: dafür müssen die relevanten Shops paydirekt auch anbieten. Daran wird ja gerade intensiv gearbeitet. Und die Einbindung von Kreditkarten (analog zu PayPal) ist ja zumindest immer wieder im Gespräch. Da würde auch ich mir sehr wünschen.

      Lassen wir uns mal überraschen, was kommt 🙂

  4. Ich habe Paydirekt bis jetzt einmal genutzt – bei DocMorris. Bin bei der Ing-DiBa und hatte mich bei PD registriert und habe gewartet, bis mir das mal -abseits einer Haribo-Großbestellung- mal über den Weg läuft.

    Wie du schon sagst, ist tatsächlich sehr angenehm zu nutzen. Ist für mich aber derzeit keine dauerhafte Alternative, da ich Paypal beispielsweise hauptsächlich als Proxy für American Express nutze.

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