Fintech Glossar

Fintech ist ein spannendes Themenfeld – aber auch eines, in dem mit vielen, meist englischsprachigen Buzzwords um sich geworfen wird. Wer sich zum ersten Mal mit Fintech beschäftigt, verliert da schnell den Überblick. Mit dem Fintech Glossar erhaltet Ihr einen Überblick über die wichtigsten Begrifflichkeiten.

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2FA

Abkürzung für Zwei-Faktor-Authentifizierung. Sie dient dem sicheren Nachweis der Identität des Nutzers z.B. beim Zugriff auf sein Konto oder bei der Auslösung von Zahlungen. Hierbei werden zwei verschiedene Faktoren genutzt, die nur in Kombination als Nachweis genügen. Die möglichen Faktoren können kategorisiert werden in Besitz (z.B. Bankkarte oder bestimmte Hardware), Wissen (z.B. Benutzername, Kennwort, PIN) sowie persönliches Merkmal (z.B. Fingerabdruck, Stimme oder Iris). 2FA soll die Sicherheit erhöhen.

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Die Antwort auf die Frage nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.

A

aboutfintech.de

Mein Fintech-Blog mit Artikeln rund um das Thema Fintech.

Accelerator

Vom englischen Wort accelerate (beschleunigen). Ein Accelerator ist ein meist mehrmonatiges Programm, mit dem Start-Ups in ihrer Entwicklung beschleunigt werden sollen. In der Regel müssen sich die Start-Ups um die Teilnahme in sog. => ‘Pitches‘ bewerben, und die Initiatoren wählen unter einer Vielzahl von Bewerbern nur eine kleine Zahl von wirklich vielversprechenden Unternehmen aus. Die Acceleratoren bieten regelmäßig Räumlichkeiten (oft => ‘Co-Working Spaces‘) und technische Ausrüstung, wichtiger aber sind oftmals Zugang zu Netzwerken und Coaching durch erfahrene Gründer. Im Gegenzug für die Unterstützung erhalten die Acceleratoren häufig Minderheitenanteile an den geförderten Unternehmen.

Anwendungsauswahl

Artikel 8 der => ‘MIF‘-Richtlinie der EU sieht vor, dass Händlerterminals nicht automatisch wählen dürfen, welches Zahlverfahren einer Karte genutzt wird. Viele Bankkarten beheimaten mehrere Verfahren gleichzeitig, z.B. Girocard, Maestro oder VPay (Co-Badging/Co-Branding). Die Anwendungsauswahl soll es dem Kunden ermöglichen, das von ihm favorisierte Zahlverfahren bei jeder Zahlung auszuwählen.

API

Abkürzung des englischen Begriffs application programming interface (Anwendungsprogrammierschnittstelle). Über die API können externe Programmierer auf die Dienste eines Softwaresystems zugreifen. APIs ermöglichen es z.B. => ‘Fintechs‘, auf die Systeme der Banken zuzugreifen um Umsatzdaten auszulesen und zu verarbeiten. APIs können von Banken oder Fintechs selbst angeboten werden, es gibt aber auch spezialisierte Drittanbieter, die zwischen beiden Seiten vermitteln, z.B. figo.

App

Leitet sich vom englischen application (Anwendung) ab. Application Software bezeichnet Anwendungssoftware, also Programme wie z.B. Microsoft Word oder Excel, mit denen der Anwender eine konkrete Aufgabe erledigen kann. Der Begriff Application wurde/wird aber regelmäßig nur für Software für PC oder Mac genutzt. Mit ‘App’ werden dagegen in der Regel Applications bezeichnet, die für mobile Endgeräte wie Smartphones oder Tablets geschrieben wurden. Hier werden die Apps dann in digitalen Stores wie Apples AppStore oder Googles PlayStore angeboten.

B

Big Data

Zusammen gesetzt aus den englischen Wörtern big (groß) und data (Daten). Bezeichnet die Verarbeitung von großen, komplexen und unstrukturierten Daten(sätzen), die nur unter Zuhilfenahme von Computern und speziellen Algorithmen sinnvoll auszuwerten sind. Big Data wird u.a. eingesetzt, um aus einer Vielzahl an Metadaten Kundenbedürfnisse zu Werbezwecken vorauszusagen oder aus Millionen von Kreditkartentransaktionen auffällige, missbräuchliche Transaktionen herauszufiltern.

Bitcoin

BitCoin ist eine dezentrale => ‘Krypto-Währung‘, die erstmals 2008 unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto veröffentlicht wurde. Sie basiert auf der Peer-to-Peer-Technik => ‘Blockchain‘ und wird von keiner (über-)staatlichen Notenbank herausgegeben oder kontrolliert. Gehalten wird die Währung in sogenannten => ‘Wallets‘, erwerben kann man sie auf spezialisierten Börsen oder Marktplätzen wie z.B. BitCoin.de.

Weiterführender Buchtip: Die Bitcoin-Bibel (von BTC-Echo)


BLE

Abkürzung für Bluetooth Low Energy. BLE ist eine Funktechnik für die Datenübertragung über kurze Distanzen bis ca. 10 Meter. Im Vergleich zum klassischen Bluetooth-Standard wurde der Stromverbrauch deutlich reduziert. BLE wird immer wieder mal als möglicher Funktechnik für => ‘Mobile Payment‘ genannt, konnte sich aber bisher nicht gegen => ‘NFC‘ durchsetzen.

Blockchain

Das englische Wort (Blockkette) bezeichnet eine dezentrale und erweiterbare Datenbank, deren Integrität durch das Speichern einer kryptographischen Prüfsumme im jeweils nachfolgenden Datensatz sichergestellt wird. Es gibt keine zentrale Stelle, die über die Richtigkeit der Transaktionen wacht. Stattdessen müssen Transaktionen durch eine Mehrheit aller Teilnehmer verifiziert werden. Die Blockchain ist die technische Grundlage von => ‘Krypto-Währungen‘ wie z.B. => ‘BitCoin‘, ermöglicht aber auch andere, eigenständige Anwendungen wie z.B. => ‘Smart Contracts‘, Digitales Rechtemanagement oder ein dezentrales Katasterwesen.

Business Angel

Eine Person, die sich (meist in einer Frühphase) finanziell an einem Start-Up beteiligt und es – im Gegensatz zu einem reinen Investor – auch mit Know-How und Kontakten unterstützt. Business Angels haben oftmals bereits selbst erfolgreich Unternehmen gegründet oder langjährig in bestehenden Unternehmen gehobene Führungspositionen eingenommen.

C

Challenger Bank

Vom englischen challenger (Herausforderer). Challenger Banks sind (meist) klein, moderne Retailbanken, die mit innovativen und kundenorientierten Angeboten die etablierten Bankengruppen herausfordern. Beispiele sind u.a. die Fidor Bank, Monzo (UK) oder Atom (UK)

Cloud

Das englische Wort für ‘Wolke’ wird in der IT immer dann benutzt, wenn Anwendungen nicht auf einem lokalen Rechner, sondern auf einem (oder mehreren) Server über das Internet aufgerufen werden. Dabei wird zwischen drei Stufen/Graden unterschieden: Infrastructure-as-a-Service (IaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Software-as-a-Service (SaaS).

Co-Working-Space

Von englischen coworking (Zusammenarbeiten) und space (Raum, Platz). Co-Working-Spaces stellen Freiberuflers oder kleinen Start-Ups Arbeitsplätze und Infrastruktur wie z.B. Internetzugang, Besprechungsräume oder Drucker gegen (meist eher hohe) Miete zur Verfügung. Die Mietverhältnisse sind meist sehr variabel ausgestaltet und damit optimal für dynamische Startups. Zudem bieten sie hervorragende Möglichkeiten zum interdisziplinären Austausch unter den verschiedenen Co-Workern. Beispiele sind u.a. das betahaus oder mindspace

Crowdlending

Aus den englischen Wörtern crowd (Schwarm, Menschenmenge, Masse) und lending (Kredit leihen) zusammengesetztes Wort. Alternativ auch Peer-to-peer/(P2P)-Lending. Bezeichnet eine Kreditvergabe von einer Vielzahl von Anlegern direkt an den Kreditnehmer mittels einer Vermittlungsplattform, ohne dass eine zwischengeschaltete Bank das Kreditausfallrisiko übernimmt. In der Regel bedient sich die Vermittlungsplattform aber einer oder mehrerer Banken für die reine Abwicklung der Kredite. Die Plattform erhält dafür vom Kreditnehmer (und manchmal auch noch vom Anleger) eine Vermittlungsprovision.
Beispiele für Crowdlending-Plattformen: auxmoney, GIROMATCH oder Kapilendo

Mehr zum Thema: Crowdfunding – 4 Wege, den Schwarm anzuzapfen

Crowdinvesting

Aus den englischen Wörtern crowd (Schwarm, Menschenmenge, Masse) und investing (investieren) zusammengesetztes Wort. Alternativ auch Peer-to-peer/(P2P)-Investing. Bezeichnet die Vergabe von Eigenkapital oder Nachrang-Darlehen durch eine Vielzahl von Anlegern direkt an ein Unternehmen mittels einer Vermittlungsplattform, ohne dass eine zwischengeschaltete Bank das Kreditausfallrisiko übernimmt. In der Regel bedient sich die Vermittlungsplattform aber einer oder mehrerer Banken für die reine Abwicklung der Kredite. Die Vermittlungsplattform erhält dafür vom Kreditnehmer (und manchmal auch noch vom Anleger) eine Vermittlungsprovision.
Beispiele für Crowdinvesting-Plattformen: Companisto, Exporo oder Zinsland

Mehr zum Thema: Crowdfunding – 4 Wege, den Schwarm anzuzapfen

 

D

DAO

Abkürzung für Dezentralisierte Autonome Organisation. Ist eine auf => ‘Smart Contracts‘ basierende digitale Organisation, die auf der => ‘Ethereum‘ => ‘Blockchain‘ aufsetzt. Ziel des Projektes ist es, eine Organisation zu schaffen, die völlig ohne menschliches Management ausschließlich durch Smart Contracts gesteuert wird.

Disruption

Vom englischen disrupt (zerreißen, auseinandersprengen) . Eine disruptive Technologie versucht durch Innovation, eine bestehende Technologie oder ein bestehendes Produkt komplett zu ersetzen. Beispiele sind z.B. Digitalkameras, die herkömmliche Kameras vollständig ersetzt haben oder Musiksteaming, das Schallplatten oder CDs überflüssig macht. => ‘Fintechs‘ versuchen ihrerseits, durch innovative Produktangebote Banken (zumindest teilweise) zu ersetzen.

E

Early-Stage-Finanzierung

Aus den englischen Wörtern early (früh) und stage (Phase) zusammen gesetzt. Bezeichnet eine Anschubfinanzierung (mit Eigenkapital) in der Frühphase junger Start-Ups. Early-Stage-Finanzierungen haben in der Regel ein eher kleineres Volumen, sind aber deutlich risikobehaftet – immerhin steht das finanzierte Unternehmen noch ganz am Anfang seiner Reise.
Diese Finanzierungen werden meist von spezialisierten => ‘Business Angels‘ oder => ‘Venture Capital‘-Gebern vergeben, die im Gegenzug an dem Unternehmen beteiligt werden.

EMV

Abkürzung für Europay International, MasterCard und VISAEMV  ist eine Spezifikation für Bank- und Kreditkarten sowie die entsprechenden Händlerterminals und Geldautomaten. Mit EMV wurde der technisch überholte Magnetstreifen der Karten durch einen kleinen Computerchip ersetzt. Dieser Chip ist bauartbedingt und dank Verschlüsselung sicherer als der Magnetstreifen und kann die Echtheit der PIN sogar offline prüfen. Zudem bietet er Platz für Zusatzanwendungen.

Ethereum

Ethereum ist eine auf der => ‘Blockchain‘ basierende => ‘Krypto-Währung‘, die gleichzeitig auch die Verwaltung und Ausführung von => ‘Smart Contracts‘ ermöglicht. Es stellt somit ein deutlich weitergehendes Konzept als z.B. => BitCoin‘ dar und nutzt erstmals die Möglichkeiten der Blockchain umfassend aus.

F

Finanzierungsrunde

Ohne Geld bringt auch die beste Startup-Idee nichts. Daher müssen junge Unternehmen Investoren auftreiben. Das geschieht meist in mehreren Runden. Die erste Runde ist die => ‘Early-Stage-Finanzierung‘, auch Seed-Finanzierung genannt, mit welcher der Start des Unternehmens finanziert wird. Danach folgen mehrere Serien-Finanzierungen, die mit A beginnend durchgezählt werden und regelmäßig der Skalierung und dem Ausbau des Geschäftsmodells dienen. Im Gegenzug für das Kapital erhalten die Investoren Anteile an Unternehmen.

Fintech

Zusammengesetztes Kunstwort aus den englischen Begriffen finance (Finanzen) und technology (Technologie). Als Fintech bezeichnet man Unternehmen (meist Startups), die versuchen, herkömmliche Bankangebote mit Hilfe von moderner, innovativer Technologie effizienter und kundenorientierter anzubieten. Andere Fintechs setzen dagegen als Enabler auf Kooperation und helfen Banken dabei, neue Dienstleistungen anzubieten oder Fintechs an ihre eigenen Systeme anzubinden.

G

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H

HCE

Abkürzung für  Host Card Emulation. HCE emuliert das => ‘Secure Element‘, das beim => ‘Mobile Payment‘ für die Sicherheit zuständig ist, und macht damit spezielle SIM-Karten überflüssig. Dazu muss HCE allerdings im Betriebssystem (z.B. Android) implementiert sein und eine aktive Internetverbindung zu einem speziellen Server haben.

I

IBAN

Abkürzung für das englische international bank account number (Internationale Kontonummer). Die IBAN ist ein ISO-Standardisiertes Format für Kontonummern, das hier in Deutschland mit der => ‘SEPA‘-Umstellung die alte Kontonummer und die Bankleitzahl im Zahlungsverkehr abgelöst hat. In Deutschland hat die IBAN 22 Stellen. Sie setzt sich zusammen aus dem Länderkennzeichen ‘DE’, einer zweistelligen Prüfziffer, der achtstelligen Bankleitzahl und der zehnstelligen Kontonummer. Ist die Kontonummer kürzer als zehn Stellen, wird sie mit führenden Nullen aufgefüllt.

Insuretech

Aus den Wörtern insurance (Versicherung) und technology (Technologie) zusammengesetztes Wort für Unternehmen/Startups, die innovative (technologische) Lösungen in der Versicherungsbranche anbieten. Was => ‘Fintech‘ für Banken ist, ist ‘Insuretech” für Versicherungen.

Mehr zum Thema: Insurtechs: hat Herr Kaiser ausgedient?

J

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K

Krypto-Währung

Digitale Währung, die mittels kryptografischer Berechnungen dezentral in einer => ‘Blockchain‘ geschöpft wird. Die einzelnen Einheiten der Krypto-Währung werden durch kryptografische Schlüssel repräsentiert.

KYC

Die Abkürzung für Know your customer (Kenne Deinen Kunden). Der Begriff stammt aus den Bemühungen zur Bekämpfung der Geldwäsche. Beinhaltet u.a. verschiedene gesetzliche Vorschriften zur Legitimation und Identifizierung von Kunden. Dabei gibt es strenge Vorgaben für Banken und einige Erleichterungen für Dienstleister bis zu gewissen (niedrigen) Grenzwerten.

L

Litecoin

Litecoin ist eine => ‘Krypto-Währung‘ ähnlich wie => ‘BitCoin‘ und wurde als Weiterentwicklung dazu entworfen. Dazu wurden einige Änderungen an BitCoin vorgenommen die dazu führen sollen, dass die Schöpfung neuer Einheiten auf möglichst breiter Basis erfolgen und nicht – wie bei BitCoin – durch nur eine relativ kleine Anzahl sogenannter => ‘Miner‘.

M

Mobile Banking

Von den englischen Wörtern mobile (mobil, beweglich) und banking (Bankgeschäfte). Bezeichnet die Abwicklung seiner täglichen Bankgeschäfte über mobile Endgeräte. Banken bieten dafür wahlweise speziell gesicherte Internetportale oder spezielle => ‘Apps‘ zur Verfügung. Zum Mobile Banking zählen wesentlich Kontostands- und Umsatzabfragen, Zahlungsaufträge und elektronische Kontoauszüge. Die Absicherung der Bankgeschäfte erfolgt regelmäßig durch verschiedene => ‘TAN-Verfahren‘.

Mobile Payment

Von den englischen Wörtern mobile (mobil, beweglich) und payment (Bezahlung). Bezeichnet Bezahltechniken bzw. -vorgänge, bei denen mobile Endgeräte als Medium (anstelle von z.B. Bargeld oder Kreditkarten) zum Einsatz kommen. Umgesetzt wird das Mobile Payment wahlweise per => ‘NFC‘, => ‘BLE‘ oder => ‘QR-Code“. Die Abrechnung erfolgt über hinterlegte Kreditkarten oder Bankkonten.

MIF

Abkürzung für multilateral interchange fee. Bei MIF handelt es sich um eine EU-Richtlinie, die sich mit den Interbanken-Entgelten bei bargeldlosen Zahlungen mittels Debit- und Kreditkarten befasst. Kern der Richtlinie ist die Festlegung einer verbindlichen Obergrenze des Interbanken-Entgelts auf 0,2% bzw. 0,3% des Umsatzes (für von Banken herausgegebene Karten). Zudem regelt sie die => ‘Anwendungsauswahl‘ an Händlerterminals für Karten, die mittels Co-Badging mehrere Zahlverfahren unterstützen. Zum Richtlinientext.

Mining / Miner

Vom englischen mining (Abbau, Gewinnung). Bezeichnet bei => ‘Kryptowährungen‘ auf Basis der => ‘Blockchain‘ den Vorgang zur Schaffung neuer Blöcke, in denen weitere Buchungen verarbeitet und protokolliert werden können. Das Mining neuer Blöcke erfolgt durch das Lösen einer aufwändigen kryptografischen Aufgabe, deren Schwierigkeitsgrad regelmäßig an die im gesamten Netzwerk zur Verfügung stehende Rechenleistung angepasst wird. Der Miner wird für die Schaffung neuer Blöcke mit einer bestimmten Anzahl an Einheiten der jeweiligen Kryptowährung für seine Arbeit belohnt.

N

NFC

Abkürzung für den englischen Begriff Near Field Communication (Nahfeld-Kommunikation), einer auf der RFID-Technik basierenden Funktechnologie zur Datenübertragung auf kurze Distanzen. Die NFC-Technik wird u.a. für kontaktlose Zahlungsvorgänge verwendet, bei denen das Zahlungsmedium (z.B. Kreditkarte, Smartphone oder Wearable) nur nah vor das Bezahlterminal gehalten werden muss. NFC ist eine von mehreren möglichen Techniken (neben => ‘QR-Codes‘ und =>’BLE‘), um Bezahlvorgänge am POS auch mit anderen Medien als mit Kredit- und Debitkarten zu ermöglichen.

O

Online Banking

Von den englischen Wörtern online (verbunden, angeschlossen) und banking (Bankgeschäfte). Bezeichnet die Abwicklung seiner täglichen Bankgeschäfte über das Internet. Banken bieten dafür wahlweise speziell gesicherte Internetportale oder spezielle Programme zur Verfügung. Zum Online Banking zählen wesentlich Kontostands- und Umsatzabfragen, Zahlungsaufträge und elektronische Kontoauszüge. Die Absicherung der Bankgeschäfte erfolgt regelmäßig durch verschiedene => ‘TAN-Verfahren‘.

P

P2P / Peer-to-Peer

Vom englischen peer (Kollege, Gleichgestelte). Von Peer-to-Peer (kurz: P2P) spricht man regelmäßig im Payment-Bereich, wenn sich Freunde und Bekannte gegenseitig Geld überweisen. Spezielle P2P-Fintechs erleichtern diesen Vorgang u.a., indem sie die Überweisung z.B. an eine E-Mail-Adresse oder eine Mobilfunknummer ermöglichen. Der Absender muss dafür dann nicht die IBAN des Empfängers kennen.

POS

Abkürzung für das englische Point of Sale (Verkaufsort). Bezeichnet im Payment-Bereich regelmäßig den Ort des Bezahlens im stationären Handel, also die (elektronische) Ladenkasse. Hier kann man – neben Bargeld – idealerweise u.a. mit Kreditkarten oder => ‘Mobile Payment‘-Lösungen bezahlen.

Proptech

Aus den Wörtern property (Grundbesitz) und technology (Technologie) zusammengesetztes Wort für Unternehmen/Startups, die innovative (technologische) Lösungen in der Immobilienbranche anbieten. Was => ‘Fintech‘ für Banken ist, ist ‘Proptech” für Unternehmen der Immobilienbranche.

PSD2

Abkürzung für das englische payment service directive 2 (Zahlungsdienste-Richtlinie). PSD2 ist eine EU-Richtlinie, die Wettbewerb und Innovation bei Zahlungsverkehrsdienstleistungen ankurbeln soll. Kernelement der PSD2 ist der access to account => ‘XS2A‘, der Drittanbietern den diskriminierungsfreien Zugang zu Kundenkonten ermöglichen soll. Zum Richtlinientext

PSP

Steht als Abkürzung für payment service provider und bezeichnet Dienstleister, die (Online-)Händlern die Einbindung von verschiedenen Bezahlverfahren aus einer Hand ermöglichen. Der Händler hat dann einen Ansprechpartner für alle Bezahllösungen, der PSP übernimmt die Verhandlungen mit Banken, Kreditkarten-Schemes und alternativen Anbietern wie PayPal, PayDirekt oder Sofortüberweisung.

Q

QR-Code

Abkürzung für das englische Quick Response (schnelle Antwort). Ist im Prinzip ein zweidimensionaler Strichcode, in dem – je nach Größe – eine bestimmte Menge an Daten gespeichert werden können. QR-Codes bilden u.a. die Basis für bestimmte => ‘Mobile Payment‘-Angebote.

R

Robo-Advisor

Zusammengesetztes Kunstwort aus Roboter und dem englischen advisor (Berater).  Ein Robo-Advisor bietet seinen Kunden eine automatisierte Form der Kapitalanlage in Wertpapieren. Dabei muss der Kunde in der Regel am Anfang einen Fragebogen oder Klick-Baum durchgehen. Aus den Antworten wird ein Anleger- und Risikoprofil erstellt und anschließend ein (mehr oder weniger) individuelles Portfolio erstellt. In der Regel setzen Robo-Advisor dafür auf kostengünstige passive ETFs. Bekannte Anbieter sind z.B. Wealthfront, betterment oder Vaamo.

S

Sandbox

Die Sandbox (Sandkasten) meint im Fintech-Kontext einen kleinen, abgesteckten Bereich innerhalb der Regulierung, in dem niedrigere Anforderungen gelten. Sie soll innovativen Fintechs ermöglichen, ihr Produkt und ihr Geschäftsmodell live am Markt testen zu können, ohne gleich sämtliche regulatorischen Anforderungen erfüllen zu müssen, die für etablierte Banken und Fintechs gelten. Da eine solche Sandbox die Markteintrittsbarrieren erheblich senkt, gilt sie als ein relevanter Standortvorteil im Wettbewerb der Staaten um die Ansiedlung von Fintechs.

Seed-Finanzierung

Vom englischen seed (Samen). Alternative Bezeichnung für eine => ‘Early-Stage-Finanzierung‘.

SEPA

Abkürzung für das englische Single Euro Payment Area (Einheitlicher Euro-Zahlungsraum). SEPA war ein europäisches Projekt mit dem Ziel, den EURO-basierten bargeldlosen Zahlungsverkehr in Europa  zu vereinheitlichen. Durch die Vereinheitlichung sollte der grenzüberschreitende Zahlungsverkehr spürbar vereinfacht und damit der europäische Binnenmarkt gestärkt werden. Aus technischer Sicht wichtig waren die Festlegung auf das gemeinsame Dateiformat XML, eine Reduzierung von Gutschriftsfristen und der verbindliche Einsatz der => ‘IBAN‘.

Schnittstelle

Siehe => ‘API‘.

Secure Element

Vom englischen secure (sicher). Das Secure Element ist ein physisches Sicherheitsmodul im Smartphone (seltener) bzw. in der SIM-Karte (Standardfall), das für die Verschlüsselung und => ‘Tokenization‘ beim ‘Mobile Payment‘ zuständig ist. Anders als => ‘HCE‘ benötigt es keine Internetverbindung um zu funktionieren. Da die Mobilfunkanbieter den Zugriff auf das Secure Element auf der SIM-Karte steuern, scheint sich HCE dennoch als Standard durchzusetzen.

Smart Contract

Von den englischen Wörtern smart (intelligent) und contract (Vertrag). Verträge, die mittels Programmcode abgebildet werden und beim Eintreten von definierten Ereignissen über eine technische Schnittstelle automatisch vertragliche vereinbarte Aktionen durchführen.  (Beispielsweise, dass beim Hauskauf nach Eingang des Kaufpreises auf dem Girokonto automatisch die Eigentumsumschreibung im Grundbuch vorgenommen wird.) Smart Contracts werden u.a. in der => ‘Ethereum‘ => ‘Blockchain‘ verarbeitet.

Social Trading

Von den englischen Wörtern social (gemeinschaftlich) und Trading (Handeln). Bezeichnet eine Form der selbstbestimmten Vermögensanlage / -verwaltung, bei der Anleger anderen Anlegern ihr Portfolio bzw. ihre Anlagestrategie über soziale Medien oder spezielle (digitale) Plattformen transparent machen. Auf den Plattformen kann man bestimmten Usern “folgen” und deren Anlagestrategien kopieren, z.B. über ETFs. Beispiele für solche Plattformen sind u.a. Wikifolio und eToro.

T

TAN-Verfahren

TAN ist die Abkürzung für ‘Transaktionsnummer‘. Stellt neben Zugangskennung (Benutzernahme, Einwahlkontonummer) und genereller PIN ein weiteres Sicherheitsmerkmal im z.B. im => ‘Online Banking‘ oder => ‘Mobile Banking‘ dar. Die TAN ist ein transaktionsbezogenes Einmal-Passwort, das regelmäßig aus sechs Ziffern (neuerdings auch aus Buchstaben) besteht. Früher wurden TANs in Papierlisten von den Banken ausgegeben, was allerdings als unsicher gilt. Aktuelle TAN-Verfahren sind smsTAN, bei der die TANs auf ein registriertes Mobiltelefon des Kunden versandt werden, chipTAN, der dem mittels Bankkarte und speziellem Kartenleser eine TAN generiert wird und pushTAN, bei dem die TAN verschlüsselt an eine spezielle => ‘App‘ auf dem Mobiltelefon des Kunden geschickt wird.

Tokenization

Vom englischen token (Kürzel, Spielstein). Die Tokenization ist ein Sicherheitsverfahren im => ‘Mobile Payment‘, bei dem die tatsächliche Kreditkartennummer durch eine Ersatznummer (token) ausgetauscht wird. Der Händler erhält also keinen Zugriff auf die echten Kreditkartendaten, so dass Missbrauch vorgebeugt wird. Für die Abrechnung mit dem Kreditkartenherausgeber wird der token an den externen Tokenization-Server übermittelt, auf dem die originalen Kreditkartendaten in verschlüsselter Form hinterlegt sind.

TPP

Abkürzung für third party provider (Drittanbieter). Im Zusammenhang mit der => ‘PSD2‘ bezeichnet TPP einen Drittanbieter von Zahlungsauslöse- oder Kontoinformationsdiensten, die mittels => ‘API‘ auf Kundenkonten bei Banken zugreifen dürfen.

U

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V

Venture Capital / VC

Von den englischen Wörtern venture (Wagnis) und capital (Kapital). Venture Capital-Firmen stellen Startups Risikokapital in Form von Eigenkapital zur Verfügung. Anders als strategische Investoren geht es ihnen dabei aber nicht um einen Nutzen aus dem entwickelten Produkt, sondern um eine reine Finanzanlage. Der erworbene Anteil am Startup soll später mit Gewinn verkauft werden. Venture Capital wird in verschiedenen Phasen vergeben, z.B. der => ‘Seed‘- oder => ‘Early-Stage‘ oder der Growth-Phase.

Video-Legitimation

Aufgrund verschiedener rechtlicher Vorgaben (z.B. Geldwäschegesetz, Abgabenordnung,…) müssen Banken und die meisten Anbieter von Finanzdienstleistungen Klarheit darüber haben, für wen sie Konten führen. Dazu müssen sich Kunden persönlich unter Vorlage ihres Ausweises oder vergleichbarer Dokumente legitimieren. Seit einiger Zeit erlaubt das Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen (BaFin) auch über Distanz per Video-Chat. Bekannte Anbieter hierfür sind u.a. IDNow und WebID.

W

Wallet

Englisches Wort für Geldbörse. Beschreibt im Fintech-Kontext verschiedene spezielle Programme oder => ‘Apps‘, in denen die Nutzer entweder => ‘Kryptowährungen‘ wie => ‘BitCoin‘ oder => ‘Ethererum‘ virtuell speichern und verwahren können oder wahlweise Kredit-/Debitkarten in virtualisierter Form für den Einsatz im => ‘Mobile Payment‘ verwalten können.

X

XS2A

Abkürzung für das englische access to account (Zugang zum Konto). Durch die EU-Richtlinie => ‘PSD2‘ werden alle Banken gesetzlich dazu verpflichtet, externen Drittanbietern (Third Party Providern = ‘TPP‘) Zugang zu Kundenkonten zu ermöglichen. Der Zugang muss dabei diskriminierungsfrei mittels einer standardisierten => ‘API‘ erfolgen. Erfasst davon sind die Abfrage von Kontoinformationen und die Initiierung von Zahlungen.

Y

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Z

ZAG

Abkürzung für Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz. Das ZAG ist die nationale Umsetzung einer EU-Richtlinie mit dem Ziel, einen einheitlichen Rechtsrahmen für => ‘Zahlungsdienste‘ in der EU zu schaffen. Es betrifft im Wesentlichen Kreditinstitute, E-Geld-Institute und Zahlungsinstitute. Zum Gesetzestext

Zahlungsdienste

Nach dem Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz => ‘ZAG‘ umfassen Zahlungsdienste: 1. das Ein- oder Auszahlungsgeschäft, 2. das Zahlungsgeschäft in Form des Lastschriftgeschäfts, das Überweisungsgeschäft und das Zahlungskartengeschäft ohne Kreditgewährung, 3. das Zahlungsgeschäft mit Kreditgewährung, 4. das Zahlungsauthentifizierungsgeschäft, 5. das digitalisiertes Zahlungsgeschäft und 6. das Finanztransfergeschäft.

ZKG

Abkürzung für Zahlungskontengesetz. Das ZKG setzt eine EU-Richtlinie in nationales Recht um. Es legt Informationspflichten über Leistungen und Preise von Girokonto fest und gibt weiterhin einen Rahmen für Vergleichseiten für Girokonten vor. Darüber hinaus verpflichtet es Kontoanbieter dazu, Kunden beim Wechsel ihres Girokontos zu unterstützen. Außerdem regelt es den Rechtsanspruch auf ein Basiskonto für jeden, der sich rechtmäßig in der EU aufhält. Zum Gesetzestext

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