Instant Payments, die vertane Chance

Nun soll es endlich richtig losgehen: Nachdem die HypoVereinsbank bereits im November des letzten Jahres vorangegangen war, haben jetzt auch endlich die deutschen Sparkassen* Instant Payments an den Start gebracht. Den Weg dazu freigemacht hatte die Europäische Zentralbank, die im letzten Jahr mit TIPS („Target Instant Payments Settlement“) eine zentrale technische Abwicklungsplattform aufgebaut und den Banken für kleines Geld zur Verfügung gestellt hat. Das System ermöglicht es, Überweisungen zwischen teilnehmenden Banken quer durch Europa binnen maximal 20 Sekunden zu versenden. Wobei die 20 Sekunden tatsächlich die Obergrenze sind und aktuelle Echtwerte eher im Bereich zwischen 5 und 10 Sekunden liegen.

Damit sollten Europas Banken, so der Plan der EZB, endlich in der Gegenwart ankommen, was allerdings eine massive Anpassung der bisherigen technischen Prozesse mit sich bringt. Denn bislang verarbeiten Banken ein- und ausgehende Zahlungen weiterhin wie seit Jahrzehnten in Stapelverarbeitung mit bestimmten Buchungsschnitten. Das heißt, dass Überweisungen nicht sofort ausgeführt, sondern erst einmal in größeren Paketen gesammelt und am Block zu bestimmten Uhrzeiten abgearbeitet werden. In grauer Vorzeit war das wegen knapper Rechnerkapazitäten angebracht, aber eigentlich spätestens im E-Mail-Zeitalter technisch völlig überholt. Man stelle sich vor, unsere E-Mails würden ebenfalls nur zu zwei oder drei Uhrzeiten täglich verarbeitet werden.

Der Erfolg der Instant Payments hängt stark von der Umsetzung ab

Nun kommen die Banken und Sparkassen also technisch-prozessual endlich in der Gegenwart an. War die HypoVereinsbank zunächst allein auf weiter Flur, kommt mit den Sparkassen nun der dominierende Spieler des deutschen Privatkundenmarktes mit etwa 50 Millionen Kunden hinzu. Die Volksbanken als zweitgrößte Bankengruppe wollen dem Vernehmen nach im Herbst folgen. Dann erst können die Instant Payments durchstarten, denn sowohl die Bank des Senders als auch die des Empfängers müssen mitmachen.

Den vollständigen Artikel lest Ihr in meiner aktuellen Kolumne im finletter.

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