Fintech News #16

Weil diese Woche so viel Interessantes passiert ist, wird der Fintech Newsflash mit den aktuellen Nachrichten zu Banken und Fintechs dieses Mal in zwei Teile aufgeteilt. Diese Woche dabei: einiges los bei Number26, Huawei bereitet Payment-Dienst vor, GIROMATCH startet ab Montag, Bank of England testet BitCoin-Alternative, Hertha BSC sucht Kredit auf Kapilendo, ApplePay wohl bald in der Schweiz, Verlobung zwischen BdB und Fintech, Sutor öffnet API für Fintechs sowie BVR und Vodafone testen Girocard mobile. Die Fintech News der Woche.

Einiges los bei Number26
Bei gehypten Girokonto-Fintech Number26 ist einiges los: laut eines Berichts von Gründerszene bereiten die Berliner aktuell eine neue Finanzierungsrunde in einer Größenordnung von 40 Millionen Euro vor und pitcht sein Konzept derzeit bei Investoren. Das Geld soll laut dem Bericht u.a. dafür genutzt werden, den Startup zu einem richtigen Fintech-Hub auszubauen. Dafür soll zurzeit auch die Beantragung einer Banklizenz vorbereitet werden.

Huawei bereitet Payment-Dienst in China vor
ZD.net berichtet, dass der chinesische Smartphone-Hersteller Huawei in Konkurrenz zu Apple oder Samsung einen eigenen Mobile Payment-Dienst in China – HuaweiPay – vorbereitet. Allerdings kann Huawei dabei bisher mit der Bank of China nur einen einzigen Bankpartner vorweisen – zum Vergleich: Apple kommt allein in China schon auf 19 Partnerbanken. Berichten zufolge entwickeln auch andere chinesische Hersteller wie z.B. Xiaomi, ZTE und Lenovo eigene Payment-Angebote.

GIROMATCH startet Betrieb ab Montag
Die Crowdlending-Plattform GIROMATCH wird ab Montag, dem 21.03.2016 den Betrieb aufnehmen. Anders als bei Wettbewerbern wie Kapilendo oder auxmoney (hier im Test) investiert der Anleger bei GIROMATCH nicht in einzelne Kreditprojekte, sondern direkt in ein diversifiziertes “Deutschlandportfolio”. Das ganze System wird hier einmal im Video erklärt. Sobald das Produkt live ist, werde ich es ausgiebig testen und berichten.

Bank of England testet eigene Bitcoin-Alternative
Wie Heise.de unter Berufung auf The Telegraph berichtet, lässt die Bank of England aktuell zwei Forscher an einer Anti-Alternative zur Kryptowährung Bitcoin forschen. Im Gegensatz zum Vorbild soll die Alternative allerdings zentral von der Notenbank gesteuert werden. Die Ledger wäre zwar wie beim Original verteilt einsehbar, aber das dezentrale Mining wird durch eine zentrale Schöpfung ersetzt. Dadurch soll die Transaktionsgeschwindigkeit von nur 7 pro Sekunde (Bitcoin) auf ca. 20.000 pro Sekunde gesteigert werden.

Hertha BSC zapft Fans auf Kapilendo an
Der Fußball-Bundesligist Hertha BSC Berlin bittet seine Fans (und weitere Investoren) per Crowdlending auf Kapilendo.de zur Kasse. Die die B.Z. berichtet, will die Hertha eine Million Euro zum Ausbau seines Fan-Shops im Internet einsammeln. Der Kredit soll über drei Jahre laufen und 4,5% Zinsen einbringen. Die Million wurde übrigens innerhalb von nur gut 9 Minuten eingesammelt. Der Werbeeffekt für Kapilendo dürfte unbezahlbar sein.

ApplePay wohl bald in der Schweiz
Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte? Während in der Schweiz Twint und Paymit um die Vorherrschaft im Mobile Payment streiten, steht Apple mit einem Payment-Dienst ApplePay in den Startlöchern. Wie Recherchen von finews.ch ergaben, hat Apple Ende Februar schon mal das Markenlogo von ApplePay in der Schweiz registrieren lassen. Vieles deutet darauf hin, dass der Start in der Schweiz damit in greifbare Nähe rückt.

Verlobung von Banken und Fintechs
Läuten bald die Hochzeitsglocken? Auf der diesjährigen CeBIT haben sich der Bundesverband deutscher Banken (BdB) und Fintechs stark aneinander angenähert, darüber berichten u.a. das IT Finanzmagazin und das Handelsblatt. Geplant ist u.a. die Gründung eines “Kommunikationsforums Digital Banking”, zu dem sich Fintechs für einen Unkostenbeitrag von 500 Euro anmelden können. Dafür erhalten sie von BdB u.a. Informationsmaterial zum Thema Regulierung. Als eine Probemitgliedschaft im BdB soll das Forum aber nicht verstanden werden.

Sutor öffnet seine API für Fintechs als white-label-Lösung
Ein weiteres Beispiel für die Annäherung von Banken und Fintechs zeigt sich derzeit in Hamburg. Die dort ansässige Sutor Bank wird nach Informationen des IT Finanzmagazins ihre Core-Banking-API für Fintechs öffnen und als white-label-Lösung anbieten. Geschäftsführer Robert Freitag wird so zitiert:

“Mit der Su­tor Start­up-Platt­form bietet die Su­tor Bank be­reits seit länge­rem tech­ni­sches, admi­nis­tratives und kun­den­spezifi­sches Know-how sowie die notwendige Infra­struktur […] Mit den neuen Schnitt­stel­len ent­wickelt sich die Su­tor Bank zum ‚One-Stop-Shop‘ für Fintechs.”

Mir fairr.de und Deposit Solutions sind bereits zwei bekannte Fintechs Kunden der Hamburger.

Volksbanken und Vodafone testen Girocard mobile
Auf der CeBIT konnte ich zusammen mit Joachim Jürschick vom IT Finanzmagazin die erste Live-Demo der Girocard mobile der Volksbanken in der Vodafone Wallet sehen. Realisiert wird das ganze über eine NFC-SIM, so dass man an den Provider gebunden ist.

Es hat aber den großen Vorteil, dass die SIM ein “secure element” enthält, mit dem die Payment-Funktion per NFC auch ohne bestehende Netzverbindung und bei ausgeschaltetem Smartphone funktioniert. Die Stromversorgung bezieht der NFC-Chip per Funk aus dem Händlerterminal.

In Kürze wird der Testbetrieb starten – mutmaßlich wohl in der Region um Kassel herum. Die Technik ist lt. Vodafone bereits soweit, es fehlt nur noch an den Verträgen. Weitere Informationen sind auf der Website von Girocard mobile zu finden.

Ihr habt einen Fehler gefunden oder habt ergänzende Hinweise? Postet bitte einfach einen Kommentar. Danke 🙂

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