Fintech News #9

Ein kurzer Überblick über die aktuellen Nachrichten zu Banken und Fintech. Diese Woche dabei: die Debatte über das Bargeld geht weiter, BayernLB mit positiven Nachrichten, GLS mit ungewöhnlicher Maßnahme, Einhorn in der Wirklichkeit, Deutsche Bank mal mit guten Nachrichten, ING-DiBa auch, Fidor Bank mit Bonus-Aktion und ein Video zum Schluss. Die Fintech News der Woche.

Die Debatte über das Bargeld geht weiter
Im letzten Newsflash berichtete ich bereits über die wieder aufgeflammte Diskussion über die (teilweise) Abschaffung des Bargeldes. Diese Woche ging es munter weiter.

Nachdem die SPD schon laut über die Zukunft des 500-Euro-Scheins nachdachte, setzt die EZB in diesem Punkt nach und prüft tatsächlich das Aus für die bisher größte Euro-Banknote. Es gehe nun darum, „wie man eine Entscheidung am besten durchsetzt und wie man das kommuniziert“, sagte Draghi laut FAZ. Der 500er steht schon seit langem unter dem Ruf, besonders beliebt bei kriminellen Vereinigungen zu sein und steht wertmäßig für knapp 1/3 der gesamten Geldsumme des Euro-Raums, weiß das Handelsblatt zu berichten. In den USA ist der größte Schein übrigens der 100er, die Briten kommen sogar nicht über den 50er hinaus. Nur die Schweizer gehen unsere Gigantismus mit einem 1.000-Franken-Schein noch mit.

Die Bundesregierung überlegt indes bereits einen Schritt weiter und diskutiert laut WELT die Einführung einer Obergrenze für Barzahlungen in Höhe von 5.000 Euro. Hintergrund ist, dass hohe Barzahlungen z.B. beim Auto- oder Immobilienkauf eine der beliebtesten Methoden krimineller Geldwäscher sind. Eine Barzahlungsobergrenze würde deren Arbeit deutlich erschweren – wenn auch nicht gänzlich vereiteln. Im europäischen Ausland sind solche Obergrenzen vielfach schon lange gängige Praxis, wie die SZ darstellt.

Die Diskussion über die Obergrenze sei eine Scheindebatte, titel Martin Dowideit in seinem Meinungsartikel im Handelsblatt.

Bayrische Landesbank mit guten Nachrichten
Reuters berichtet, dass die BayernLB im April eine weitere Tranche ihrer Staathilfen zurück zahlen will – dabei ist ein Betrag von 1,3 Mrd. Euro im Gespräch. Damit wäre dann nur noch ein Restbetrag von einer Mrd. Euro offen, dann wäre der Freistaat schadlos aus der Rettung der Landesbank heraus gekommen.

Niedrigzinsphase treibt bei der GLS-Bank seltsame Blüten
Die alternative GLS-Bank hat ihre ganz eigene Idee, wie sie mit sinkenden Margen dank Niedrigzinsphase fertig werden will: laut Spiegel Online plant die Bochumer Bank in absehbarer Zukunft, einen monatlichen Beitrag in Höhe von 5 bis 15 Euro von ihren Mitgliedern zu erheben, um das bisherige Geschäftsmodell aufrecht erhalten zu können. Sicherlich eine ungewöhnliche Maßnahme. Vertrauter erscheint da schon die Ankündigung, die Dividende auf nur noch 2% zu reduzieren.

Erfolgsverwöhntes TransferWise mit hohem Verlust
Sie werden als Unicorn gehandelt, also als ein StartUp, dass über eine Mrd. Dollar wert sein soll. Aber auch Fabelwesen müssen von Zeit zu Zeit banale Zahlen vorlegen – und die sind sehr gewöhnlich und nicht gerade überirdisch, wie Business Insider zeigt. Zwar konnte TransferWise seine Umsatzerlöse von ca. 2 Mio. auf knapp 10 Mio Pfund steigern – nur leider stiegen die Kosten noch stärker, so dass sich der Jahresverlust von 2 Mio. auf 11 Mio. Pfund erhöhte. Es bleibt also dabei, dass die Kosten doppelt so hoch sind, wie der Umsatz. Auch wenn das Fintech mit viel Venture Capital vollgepumpt ist, wird hier bald ein turn around gelingen müssen. Wie das gelingen soll, ist aber weiterhin fraglich.

Deutsche Bank kooperiert mit LIQID
Auch die Deutsche Bank kann noch positive Nachrichten schreiben. Wie extra-funds.de berichtet, werden die Frankfurter künftig mit dem Berliner Fintech Startup LIQID, das zum Familien-Clan der Quandts gehört.

Direktbank ING-DiBa mit guten Zahlen
Womit sich die Deutsche Bank schwer tut, schafft die Internet-Bank ING-DiBa mit links: sie weist für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Milliardengewinn aus.  Die einst nur für ihr Tagesgeld bekannte Direktbank ist damit weiterhin erfolgreich auf Wachstumskurs, wie die WELT berichtet.

Fidor Bank weiter auf Kundenfang
Die Münchner Fintech-Bank Fidor geht aggressiver auf Kundenfang. Das bisherige Kunden-werben-Kunden-Programm, bei dem bisher nur der Werber belohnt wurde, wird für einen Aktionszeitraum aufgewertet. Während der Aktion erhält nun auch der geworbene Neukunde einen Bonus von 10 Euro gutgeschrieben. Wer noch kein Kunde ist, kann sich hier kostenlos anmelden.

Video der Woche: Werbe-Spot von PayPal
Die ehemalige eBay-Tochter versucht, sich stärker von den Banken abzusetzen und sich als NewMoney zu positionieren. Hier zu sehen.

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