Beitragsbild - Smartphone-Screens mit Bildern aus der Curve-App

Curve – die Kreditkarte für alle Fälle

Spätestens seit Corona steigt die Nutzung von Zahlungen per Kredit- und Debitkarten spürbar an. Viele Verbraucher besitzen gleich mehrere solcher Karten. Das führt allerdings oft zu echten Platzproblemen im Portemonnaie – von den vielen zu merkenden PINs einmal ganz abgesehen. Eine Lösung für dieses Problem verspricht Curve: die Karte, die (fast) alle anderen vereint.

Die Curve ist eine moderne MasterCard

Die Curve-Karte ist eine MasterCard und wird von einem britischen Fintech-Startup in Kooperation mit Wirecard Card Solutions herausgegeben. Sie wird aktuell an Kunden in fast allen Ländern Europas ausgegeben und ist in der blauen Basisversion kostenlos. Daneben gibt es zwei kostenpflichtige Premium-Modelle: Black für 9,99 Euro im Monat und Metal für 14,99 Euro.

Die verschiedenen Kontomodelle von Curve im Überblick.
Die Kontomodelle von Curve im Überblick (Stand September 2020, eigene Montage, Quelle: curve.app)

Da es sich bei der Curve um eine moderne physische MasterCard handelt, kann sie sowohl am POS per Magnetstreifen, EMV-Chip oder NFC als auch online und am Geldautomaten eingesetzt werden. Das veraltete „Ritsch-Ratsch-Verfahren“ wird dagegen mangels Hochprägung der Kartendaten nicht unterstützt.

Zahlungen mit der Curve sind grundsätzlich kostenlos, Barabhebungen in der Heimatwährung im Rahmen einer Fair-Use-Policy ebenfalls. Kosten entstehen allerdings eventuell bei internationalen Barabhebungen (es gilt je nach Kontomodell eine Freigrenze von 200, 400 bzw. 600 Euro pro Monat).

Zahlungen in Fremdwährungen profitieren dagegen von einer gebührenfreien Konvertierung zum sog. „Interbanken-Kurs“. Bei der blauen Curve können allerdings maximal 500 Pfund je Monat gebührenfrei konvertiert werden, die bei Black und Metal gelten dagegen keine Limitierungen.

Beim Kontomodell Metal kann der Kunde zwischen den Farben blau, rot und rosé gold wählen. Gegenüber der schwarzen Karte wurde die Grenze für „foreign ATM withdrawals“ auf 600 Pfund pro Monat angehoben und noch eine Mietwagen-Versicherung eingebaut. Letztlich dürfte es den meisten Nutzern aber vor allem um die coole Metallkarte gehen.

Eigenes Cashback-Programm

Verbunden ist die Curve-Karte mit einem eigenen Rewards-Programm. Das war in der Anfangsphase für Nutzer außerhalb von UK eher unattraktiv. Seit Februar 2018 wurde das Rewards-Programm allerdings deutlich überarbeitet . Nun ist es so, dass neue Nutzer je nach Variante wahlweise bei drei („blau“ / „schwarz“) bzw. 6 („Metal“) Unternehmen 1% Cashback erhalten. Das gilt bei der blauen Curve allerdings nur als Einführungsangebot während der ersten 90 Tage nach Aktivierung der Karte, bei den beiden kostenpflichtigen Karten unbegrenzt.

Das Cashback fließt dabei auf ein virtuelles Konto innerhalb der App. Dieses kann als alternatives Abrechnungskonto für die Curve ausgewählt und für Zahlungen genutzt werden. Mit Amazon, Apple, Mc Donald’s und Lidl sind mittlerweile einige sehr interessante Cashback-Partner an Bord, bei denen gepunktet werden kann.

Die wichtigsten Cashback-Partner von Curve im Überblick.
Die wichtigsten Cashback-Partner von Curve im Überblick.

Alles in Allem ist das Cashback-Programm mittlerweile also recht attraktiv, denn das Cashback kommt on-top zu eventuell bereits vorhandenen Cashback-Programmen der eingebundenen Karten. Die komplette Liste aller Cashback-Partner findet ihr hier.

Was die Curve so besonders macht

Curve App (Quelle: Curve)

Bis hierhin wäre die Curve nur eine weitere, wenn auch sehr gute, MasterCard und sicherlich keinen eigenen Artikel wert. Was sie so besonders macht, ist die App hinter der Curve-Karte. Denn in der App hinterlegt der Nutzer beliebig viele Kredit- und/oder Debitkarten als mögliche Belastungsquellen. Vor jeder Zahlung mit der Curve kann sich der Nutzer aussuchen, welche Karte im Hintergrund belastet werden soll. Die Betonung liegt auf ‚kann‘, denn die App merkt sich die letzte Einstellung. Deshalb wird die App nur immer dann benötigt, wenn man eine andere als die aktuell gewählte Karte belasten will.

Sobald der Nutzer mit der Curve bezahlt, erhält er eine Push-Notification auf sein Smartphone. Wer will, kann sich zusätzlich auch noch eine E-Mail-Benachrichtigung senden lassen. Die Umsätze werden automatisch kategorisiert (manuelle Korrekturen sind möglich) und können später mit der umfangreichen Suchfunktion wiedergefunden werden. In der Timeline werden sämtliche Curve-Umsätze chronologisch angezeigt, wobei vor jedem Umsatz ein Symbolbild der jeweils genutzten Belastungskarte angezeigt wird. Zusätzlich gibt es in der Wallet selbst eine separate Timeline für jede hinterlegte Karte.

Apple Pay und Google Pay für alle Karten

Seit Januar 2020 kann die Curve-Karte in Apples Bezahldienst Apple Pay eingebunden werden und seit September 2020 zudem in Google Pendant Google Pay. Damit sind in der Folge sämtliche hinterlegten Kreditkarten ebenfalls für die beiden Mobile Payment-Dienste freigeschaltet, auch wenn die herausgebende Bank sich bisher nicht zu einer Zusammenarbeit mit den beiden Big Techs durchringen konnte.

In UK wird zusätzlich sogar Samsung Pay unterstützt – der proprietäre Zahlungsdienst des asiatischen Smartphone-Riesen.

Was die App sonst noch bietet

Im Homemenü hat der Nutzer alle hinterlegten Karten sowie die dazugehörigen Umsätze im Überblick. In den Details der Karte können die Bezeichnung, das Kartenlogo und die Belastungswährung der jeweiligen Karte eingestellt werden. Hier kann man zudem festlegen, ob man bei Umsätzen eine Benachrichtigung per E-Mail wünscht. In den einzelnen Umsätzen bietet die App weitere Funktionen. So können die Umsätze mit Kommentaren versehen oder ein Foto des Kassenbelegs hinterlegt werden. Auch die die automatische Kategorisierung des Umsatzes kann an dieser Stelle manuell korrigiert werden.

Ein echtes Highlight ist die Funktion „Go Back in Time“. Sollte man beim Bezahlen versehentlich die falsche Karte ausgewählt haben, kann man damit binnen 90 Tagen einfach und bequem im Nachhinein die richtige Karte auswählen. Die ursprünglich gewählte Karte erhält ein Refund und die richtige Karte wird belastet. Diese Zeitreisen-Funktion ist äußerst praktisch und hat sich im Einsatz bewährt.

Auch Loyalty-Programme unterstützt Curve seit Mitte 2020. Die entsprechende Karte wird wahlweise per Kamera eingelesen oder manuell eingegeben. Bei Bedarf wird dann der dazugehörige Barcode auf dem Display angezeigt und kann dann am POS gescannt werden. Separate Apps wie beispielsweise Stocard werden damit überflüssig.

Wo die Curve noch schwächelt

Die Curve nebst App ist damit ein wirklich praktischer Begleiter in allen Shopping-Situationen. Dennoch gibt es noch an der einen oder anderen Stelle Luft nach oben. Der größte Knackpunkt für den deutschen Nutzer ist die fehlende Unterstützung der Girocard. Zwar ist das Team nach eigener Aussage an dem Thema dran – diese Aussage ist allerdings auch schon über mehrere Jahr alt, ohne dass hier etwas passiert wäre.

Zudem unterstützt Curve aktuell ausschließlich VISA und MasterCard. Wer eine American Express sein eigen nennt, kann sie nicht (mehr) in der App hinterlegen. Zwischenzeitlich war das zwar möglich, allerdings hat American Express Anfang 2019 den Händlervertrag mit Curve überraschend wieder aufgekündigt. Auch exotischere Karten wie Diner’s, CJB oder China Union Pay werden nicht supported – was allerdings zu verschmerzen sein dürfte.

Meine Wunschliste

Seit meinem ersten Test der Curve-App ist meine Wunschliste kleiner und kleiner geworden. Die Macher von Curve leisten tatsächlich sehr gute Arbeit und entwickeln das Angebot ständig weiter. Übrig geblieben ist neben einigen Kleinigkeiten nur noch ein wesentlicher Wunsch:

Das eine wäre der Ausbau zu einer richtigen Wallet, in der ich auch meine Girokonten direkt als Abrechnungskonten hinterlegen kann. Damit würde sich der Nutzen nochmals spürbar erhöhen, denn bei einer Vielzahl von Banken kostet die Kreditkarte zum Konto auch weiterhin eine jährliche Gebühr. Die könnte ich mir als Kunde sparen, wenn die Curve direkt mit dem Girokonto abrechnen würde.

Mein Fazit

Alles in allem ist die Curve bereits heute eine runde Sache und die App wird laufend weiterentwickelt. Sie ist mittlerweile meine absolute Standardkarte geworden – alle anderen Kreditkarten schlummern nun sicher und wohlbehalten im Bankschließfach. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen.

Achtung: Wer Curve ausprobieren will, bekommt mit dem Bonuscode V7D0S* ein Reward-Guthaben von 5 britischen Pfund, um die Karte einmal gefahrlos zu testen.

* Hinweis zur Transparenz: Auch ich erhalte einen Reward in Höhe von 5 britischen Pfund, wenn Ihr Euch über diesen Bonuscode anmeldet. Ihr habt dadurch allerdings keinen Nachteil.

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