Curve – die Kreditkarte für alle Fälle

Während die Payment-Szene alle Jahre wieder vergeblich das „Jahr des Mobile Payments“ ausruft, erfreuen sich physische Kredit- und Debitkarten weiterhin größter Beliebtheit. Viele Verbraucher besitzen gleich mehrere solcher Karten. Das führt allerdings oft zu echten Platzproblemen im Portemonnaie – von den vielen zu merkenden PINs einmal ganz abgesehen. Eine Lösung für dieses Problem verspricht Curve: die Karte, die (fast) alle anderen vereint.

Die Curve ist eine moderne MasterCard

Die Curve-Karte ist eine MasterCard und wird von einem britischen Fintech-Startup in Kooperation mit Wirecard Card Solutions herausgegeben. Sie wird aktuell an Kunden in fast allen Ländern Europas ausgegeben und ist in der blauen Basisversion kostenlos. Die schwarze Variante kostet 9,99 Euro im Monat, bietet aber nur überschaubare Vorteile.

Da es sich bei der Curve um eine moderne physische MasterCard handelt, kann sie sowohl am POS per Magnetstreifen, EMV-Chip oder NFC als auch online und am Geldautomaten eingesetzt werden. Zahlungen mit der Curve sind grundsätzlich kostenlos, Barabhebungen in der Heimatwährung im Rahmen einer Fair-Use-Policy ebenfalls. Kosten entstehen bei internationalen Barabhebungen (es gilt eine Freigrenze von 200 Pfund).

Zahlungen in Fremdwährungen profitieren dagegen von einer gebührenfreien Konvertierung zum sog. „Interbanken-Kurs“. Bei der blauen Curve können allerdings maximal 500 Pfund je Monat gebührenfrei konvertiert werden, die schwarze Curve ist hier unlimitiert.

Curve Übersicht Konditionen
Vergleich der wichtigsten Konditionen der beiden Varianten (Quelle: Curve)

Vorerst ausschließlich für Kunden in UK gibt es zudem eine eigene Metall-Karte als weitere kostenpflichtige Variante. Hierfür werden 14,99 Pfund pro Monat aufgerufen. Dafür kann der Kunde zwischen den Farben blau, rot und rosé gold wählen. Gegenüber der schwarzen Karte wurde die Grenze für „foreign ATM withdrawals“ auf 600 Pfund pro Monat angehoben und noch eine Mietwagen-Versicherung eingebaut. Letztlich dürfte es den meisten Nutzern aber vor allem um die coole Metallkarte gehen.

Eigenes Cashback-Programm

Verbunden ist die Curve-Karte mit einem eigenen Rewards-Programm, das allerdings ein wenig undurchsichtig ist. Altnutzer bekamen Cashback bei Einkäufen in ausgewählten (britischen) Geschäften. Unter den wenigen bekannten Namen finden sich die Spielzeugkette toys’r’us, die Modekette GAP sowie die Hotels von Marriott. Mit der kostenlosen blauen Curve gibt es dort auf Einkäufe 1,5 bis 2,5% Cashback, mit der 50 Pfund teuren schwarzen Curve zwischen 3,0 und 5,0%.

Seit Februar 2018 wurde das Rewards-Programm deutlich überarbeitet. Nun ist es so, dass neue Nutzer je nach Variante wahlweise bei drei (blau) bzw. 6 (schwarz) Unternehmen 1% Cashback erhalten. Das gilt allerdings nur als Einführungsangebot während der ersten 90 Tage nach Aktivierung der Karte. Das Cashback fließt dabei auf ein virtuelles Konto innerhalb der App. Dieses kann als alternatives Abrechnungskonto für die Curve ausgewählt werden.

Aktuelle Cashback-Partner für Neukunden (Quelle: Curve / Stand: April 2019)

Alles in Allem ist das Cashback-Programm also eher weniger attraktiv – es sei denn, man nutzt die Karte innerhalb der ersten 90 Tage sehr intensiv.

Was die Curve so besonders macht

Curve App (Quelle: Curve)

Bis hierhin wäre die Curve nur eine weitere, wenn auch sehr gute, MasterCard und sicherlich keinen eigenen Artikel wert. Was sie so besonders macht, ist die App hinter der Curve-Karte. Denn in der App hinterlegt der Nutzer beliebig viele Kredit- und/oder Debitkarten als mögliche Belastungsquellen. Vor jeder Zahlung mit der Curve kann sich der Nutzer aussuchen, welche Karte im Hintergrund belastet werden soll. Die Betonung liegt auf ‚kann‘, denn die App merkt sich die letzte Einstellung. Deshalb wird die App nur immer dann benötigt, wenn man eine andere als die aktuell gewählte Karte belasten will.

Sobald der Nutzer mit der Curve bezahlt, erhält er eine Push-Notification auf sein Smartphone. Wer will, kann sich zusätzlich auch noch eine E-Mail-Benachrichtigung senden lassen. Die Umsätze werden automatisch kategorisiert (manuelle Korrekturen sind möglich) und können später mit der umfangreichen Suchfunktion wiedergefunden werden. In der Timeline werden sämtliche Curve-Umsätze chronologisch angezeigt, wobei vor jedem Umsatz ein Symbolbild der jeweils genutzten Belastungskarte angezeigt wird. Zusätzlich gibt es in der Wallet selbst eine separate Timeline für jede hinterlegte Karte.

Was die App sonst noch bietet

Im Homemenü hat der Nutzer alle hinterlegten Karten sowie die dazugehörigen Umsätze im Überblick. In den Details der Karte können die Bezeichnung, das Kartenlogo und die Belastungswährung der jeweiligen Karte eingestellt werden. Hier kann man zudem festlegen, ob man bei Umsätzen eine Benachrichtigung per E-Mail wünscht. In den einzelnen Umsätzen bietet die App weitere Funktionen. So können die Umsätze mit Kommentaren versehen oder ein Foto des Kassenbelegs hinterlegt werden. Auch die die automatische Kategorisierung des Umsatzes kann an dieser Stelle manuell korrigiert werden.

Ein echtes Highlight ist die Funktion „Go Back in Time“. Sollte man beim Bezahlen versehentlich die falsche Karte ausgewählt haben, kann man damit binnen 14 Tagen einfach und bequem im Nachhinein die richtige Karte auswählen. Die ursprünglich gewählte Karte erhält ein Refund und die richtige Karte wird belastet. Diese Zeitreisen-Funktion ist äußerst praktisch und hat sich im Einsatz bewährt.

Wo die Curve noch schwächelt

Die Curve nebst App ist damit ein wirklich praktischer Begleiter in allen Shopping-Situationen. Dennoch gibt es noch an der einen oder anderen Stelle Luft nach oben. Der größte Knackpunkt für den deutschen Nutzer ist die fehlende Unterstützung der Girocard. Zwar ist das Team nach eigener Aussage an dem Thema dran – diese Aussage ist allerdings auch schon über ein Jahr alt, ohne dass hier etwas passiert wäre.

Zudem ist Curve derzeit (Stand April 2019) noch immer nicht für Apple Pay oder Google Pay freigeschaltet. Das ist insofern verkraftbar, als dass man in beiden Wallets ohnehin verschiedene Karten hinterlegen kann. Wünschenswert wäre es dennoch. Alternativ könnte Curve zumindest unter Android selbst eine Mobile Payment-Funktion in die eigene App einbauen.

Zudem unterstützt Curve aktuell ausschließlich VISA und MasterCard. Wer eine American Express sein eigen nennt, kann sie nicht (mehr) in der App hinterlegen. Zwischenzeitlich war das zwar möglich, allerdings hat American Express Anfang 2019 den Händlervertrag mit Curve überraschend wieder aufgekündigt. Auch exotischere Karten wie Diner’s, CJB oder China Union Pay werden nicht supported – was allerdings zu verschmerzen sein dürfte.

Meine Wunschliste

Darüber hinaus gibt es noch ein paar Dinge, die ich den Machern von Curve gern auf die Wunschliste schreiben möchte. Das eine wäre der Ausbau zu einer richtigen Wallet, in der ich auch direkt meine Girokonten als Abrechnungskonten hinterlegen kann. Damit würde sich der Nutzen nochmals spürbar erhöhen.

Aus einer solchen Wallet heraus könnte – zumindest unter Android – zudem eine Mobile Payment-Lösung entstehen (s.o.). So könnte ich in modernen Geschäften mobil und kontaktlos mit meinem Smartphone zahlen und hätte gleichzeitig als Backup meine physische Curve-Karte. Damit wäre Curve herkömmlichen Mobile Payment-Verfahren von der Akzeptanz deutlich überlegen.

Und nicht zuletzt wünsche ich mir die Möglichkeit, temporäre virtuelle Unterkarten anzulegen, um damit in weniger vertrauenswürdigen Shops einkaufen und bezahlen zu können.

Mein Fazit

Alles in allem ist die Curve bereits heute eine runde Sache und die App wird laufend weiterentwickelt. Sie ist mittlerweile meine absolute Standardkarte geworden – alle anderen Kreditkarten schlummern nun sicher und wohlbehalten im Bankschließfach. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen.

Achtung: Wer Curve ausprobieren will, bekommt mit dem Bonuscode V7D0S* ein Reward-Guthaben von 5 britischen Pfund, um die Karte einmal gefahrlos zu testen.

* Hinweis zur Transparenz: Auch ich erhalte einen Reward in Höhe von 5 britischen Pfund, wenn Ihr Euch über diesen Bonuscode anmeldet. Ihr habt dadurch allerdings keinen Nachteil.

Zum Unternehmen

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E-Mail: support@curve.app
Web: curve.app
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