Curve – die Kreditkarte für alle Fälle

Während die Payment-Szene alle Jahre wieder vergeblich das “Jahr des Mobile Payments” ausruft, erfreuen sich physische Kredit- und Debitkarten weiterhin größter Beliebtheit. Viele Verbraucher besitzen gleich mehrere solcher Karten. Das führt allerdings oft zu echten Platzproblemen im Portemonnaie – von den vielen zu merkenden PINs einmal ganz abgesehen. Eine Lösung für dieses Problem verspricht Curve: die Karte, die (fast) alle anderen vereint.

Die Curve ist eine moderne MasterCard

Die Curve-Karte ist eine MasterCard und wird von einem britischen Fintech-Startup in Kooperation mit Wirecard Card Solutions herausgegeben. Sie wird aktuell an Kunden in fast allen Ländern Europas ausgegeben und ist in der blauen Basisversion kostenlos. Da es sich um eine moderne physische MasterCard handelt, kann sie sowohl am POS per Magnetstreifen, EMV-Chip oder NFC als auch online und am Geldautomaten eingesetzt werden. Zahlungen mit der Curve sind grundsätzlich kostenlos, Barabhebungen in der Heimatwährung im Rahmen einer Fair-Use-Policy ebenfalls. Kosten entstehen bei internationalen Barabhebungen oder bei Zahlungen in Fremdwährungen.

Symbolbild blaue Curve

So sieht die Curve aus (Quelle: Curve)

Verbunden ist die Curve-Karte mit einem eigenen Rewards-Programm, das allerdings bisher nur bei Einkäufen in ausgewählten britischen Geschäften funktioniert. Unter den wenigen bekannten Namen finden sich die Spielzeugkette toys’r’us, die Modekette GAP sowie die Hotels von Marriott. Mit der kostenlosen blauen Curve gibt es dort auf Einkäufe 1,5 bis 2,5% Cashback, mit der 50 Pfund teuren schwarzen Curve zwischen 3,0 und 5,0%. Auf Nachfrage betonen die Macher, dass sie daran arbeiten, das Rewards-Programm sukzessive auf Europa auszuweiten.

Was die Curve so besonders macht

Bis hierhin wäre die Curve nur eine weitere, wenn auch sehr gute, MasterCard und sicherlich keinen eigenen Artikel wert. Was sie so besonders macht, ist die App hinter der Curve-Karte. Denn in der App hinterlegt der Nutzer beliebig viele Kredit- und/oder Debitkarten als mögliche Belastungsquellen. Vor jeder Zahlung mit der Curve kann sich der Nutzer aussuchen, welche Karte im Hintergrund belastet werden soll. Die Betonung liegt auf ‘kann’, denn die App merkt sich die letzte Einstellung. Deshalb wird die App nur immer dann benötigt, wenn man eine andere als die aktuell gewählte Karte belasten will.

Sobald der Nutzer mit der Curve bezahlt, erhält er eine Push-Notification auf sein Smartphone. Wer will, kann sich zusätzlich auch noch eine E-Mail-Benachrichtigung senden lassen. Die Umsätze werden automatisch kategorisiert (manuelle Korrekturen sind möglich) und können später mit der umfangreichen Suchfunktion wiedergefunden werden. In der Timeline werden sämtliche Curve-Umsätze chronologisch angezeigt, wobei vor jedem Umsatz ein Symbolbild der jeweils genutzten Belastungskarte angezeigt wird.

Was die App sonst noch bietet

Die Timeline in der Curve-App

Timeline (Quelle: Curve)

Im Homemenü hat der Nutzer alle hinterlegten Karten sowie die dazugehörigen Umsätze im Überblick. In den Details der Karte können die Bezeichnung, das Kartenlogo und die Belastungswährung der jeweiligen Karte eingestellt werden. Hier kann man zudem festlegen, ob man bei Umsätzen eine Benachrichtigung per E-Mail wünscht. In den einzelnen Umsätzen bietet die App weitere Funktionen. So können die Umsätze mit Kommentaren versehen oder ein Foto des Kassenbelegs hinterlegt werden. Auch die die automatische Kategorisierung des Umsatzes kann an dieser Stelle manuell korrigiert werden.

Ein echtes Highlight ist die Funktion “Go Back in Time”. Sollte man beim Bezahlen versehentlich die falsche Karte ausgewählt haben, kann man damit einfach und bequem im Nachhinein die richtige Karte auswählen. Die ursprünglich gewählte Karte erhält ein Refund und die richtige Karte wird belastet. Diese Zeitreisen-Funktion ist äußerst praktisch und hat sich im Einsatz bewährt.

Wo die Curve noch schwächelt

Die Curve nebst App ist damit ein wirklich praktischer Begleiter in allen Shopping-Situationen. Dennoch gibt es noch an der einen oder anderen Stelle Luft nach oben. Der größte Knackpunkt für den deutschen Nutzer ist die fehlende Unterstützung der Girocard. Zwar ist das Team nach eigener Aussage an dem Thema dran. Das ist allerdings nicht ganz trivial und soll dem Vernehmen nach auch das größte Hindernis für ApplePay in Deutschland sein.

Push Notification von Curve

Push-Notification (Quelle: Curve)

Zudem ist die Karte derzeit offiziell (!) nur für Geschäftskunden zu haben. Wer “Employee” auswählt, geht derzeit noch leer aus. Allerdings wird die entsprechende Auswahl im Registrierungsprozess an keiner Stelle überprüft und es lassen sich problemlos Privatkundenkarten integrieren. Hintergrund dieser formalen Hürde ist die Tatsache, dass die Curve als Firmenkundenkarte (‘Commercial Use’) herausgegeben wird. Was nach einem Detail klingt, hat handfeste Auswirkungen: während die Banken-Interchange bei Consumer-Karten durch die EU auf 0,3% des Umsatzes gedeckelt ist, sind Commercial-Karten nicht von der Regulierung betroffen.

Das scheint denn derzeit auch die tragende Säule im Geschäftsmodell von Curve zu sein: auf der Einnahmenseite können damit hohe Gebühren von Händlern genommen werden, während auf der Ausgabenseite meist die geringen, regulierten Gebühren an die Herausgeber der Belastungskarten gezahlt werden muss. Sollte die EU diese Lücke irgendwann einmal schließen, könnte das Geschäftsmodell in sich zusammen fallen und die Karte doch irgendwann mit Gebühren belastet werden.

Meine Wunschliste

Darüber hinaus gibt es noch ein paar Dinge, die ich den Machern von Curve gern auf die Wunschliste schreiben möchte. Das eine wäre der Ausbau zu einer richtigen Wallet, in der ich auch direkt meine Girokonten als Abrechnungskonten hinterlegen kann. Damit würde sich der Nutzen nochmals spürbar erhöhen.

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Aus einer solchen Wallet heraus könnte – zumindest unter Android – zudem eine Mobile Payment-Lösung entstehen. So könnte ich in modernen Geschäften mobil und kontaktlos mit meinem Smartphone zahlen und hätte gleichzeitig als Backup meine physische Curve-Karte. Damit wäre Curve herkömmlichen Mobile Payment-Verfahren von der Akzeptanz deutlich überlegen.

Und nicht zuletzt wünsche ich mir die Möglichkeit, virtuelle Unterkarten anzulegen, um damit in weniger vertrauenswürdigen Shops einkaufen und bezahlen zu können.

Mein Fazit

Alles in allem ist die Curve bereits heute eine runde Sache und die App wird laufend weiterentwickelt. Sie ist mittlerweile meine absolute Standardkarte geworden – alle anderen Kreditkarten schlummern nun sicher und wohlbehalten im Bankschließfach. Ich kann sie nur wärmstens empfehlen.

Achtung: Wer Curve ausprobieren will, bekommt mit dem Bonuscode V7D0S ein Reward-Guthaben von 5 britischen Pfund, um die Karte einmal gefahrlos zu testen.

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